Die Geschichte des Stockholm Marathon


2006



Ein Rennen voller Rekorde
Der Stockholm Marathon setzte 2006 die Tradition fort, von Jahr zu Jahr zu wachsen. Insgesamt 12.936 Läufer überquerten in diesem Jahr bei warmem und sonnigem Wetter die Ziellinie.
Doch damit nicht genug. Neue Rekorde wurden außerdem in der Anzahl der Anmeldungen (17.247) und Starter (13.446) aufgestellt. Wie schon in den Jahren zuvor wurde das Limit frühzeitig erreicht.

Die Strecke besteht aus zwei Runden durch das Stockholmer Stadtzentrum, was vor allem für die Spitzenläufer bedeutet, dass sie gegen Ende langsamere Teilnehmer überrunden müssen. Um Probleme in dieser Hinsicht zu vermeiden, legten die Organisatoren des Rennens die Grenze bei 17.000 Teilnehmern fest.
Da sich das Wetter in diesem Jahr von seiner besseren Seite zeigte - Sonnenschein und 22 Grad -, gingen die meisten Läufer das Rennen vorsichtig an, um sich nicht vorzeitig zu verausgaben.

Bei den Herren übernahm ein Quartett afrikanischer Läufer frühzeitig das Kommando. Am Ende triumphierte Philip Bandawe aus Zimbabwe. Ein starkes Finish auf den letzten 10 Kilometern gab ihm einen uneinholbaren Vorsprung von drei Minuten vor seinem Landsmann Michael Ngaseke.

Die Schwedin Anna Rahm lief in ihrem ersten Stockholm Marathon nach eigener Aussage "das Rennen ihres Lebens" und erzielte einen komfortablen Start-Ziel-Sieg, sechs Minuten vor Eva Maria Gradwohl aus Österreich. Ihre Zeit von 2:36:37 ist angesichts der Rahmenbedingungen - eine anspruchsvolle Strecke bei relativ hohen Temperaturen - als äußerst gut anzusehen.

FAKTEN
  • 17.247 Teilnehmer (13.444 Männer, 3.803 Frauen) aus 57 Nationen. 13.446 Starter. 12.936 Zieleinläufer.
  • Ergebnisse: HERREN: 1) Phillip Bandawe, ZIM, 2.17.01. 2) Michael Ngaseke, ZIM, 2.20.05. 3) Kent Claesson, SWE, 2.22.23.
    DAMEN: 1) Anna Rahm, SWE, 2.36.37. 2) Eva Maria Gradwohl, AUT, 2.42.48. 3) Tina Maria Ramos, ESP, 2.44.03.


    2007
    29 Grad beim 29. Mal

    Der 29. Stockholm Marathon stand im Zeichen einer mächtigen Hitzewelle mit Temperaturen von 29-30 Grad. Um die Teilnehmer so gut wie möglich zu unterstützen, standen an der Strecke nicht weniger als 16 Erfrischungsstationen und 24 Duschen bereit. Darüber hinaus konnte man das Angebot in Anspruch nehmen, die Anmeldung 2008 einzulösen, falls man sich den Strapazen in der Hitze nicht aussetzen wollte. Dennoch standen am Ende 14.319 Läufer an der Startlinie. Trotz der erschwerten Bedingungen traten nur wenige Fälle von Austrocknung oder Überhitzung auf - ein Beweis, dass die Läufer es vorsichtig angingen.

    Philip Bandawe aus Zimbabwe konnte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Dies ist in Stockholm mit Alfred Shemweta nur einem weiteren Läufer zuvor gelungen. Bandawe konnte seine beiden härtesten Konkurrenten, Jonah Kemboi und Simon Kasimili aus Kenia, auf den letzten acht Kilometern abschütteln und das Rennen gewinnen, auch wenn seine Siegerzeit die bislang langsamste war, die jemals in Stockholm gelaufen wurde.

    Interessanterweise kamen die besten skandinavischen Damen besser mit der Hitze zurecht als die afrikanischen Herren. Kirsten Melkevik Otterbu sorgte für den neunten norwegischen Sieg in Stockholm. Im Ziel waren gerade mal 17 männliche Teilnehmer vor ihr.
    Otterbu begann 2002 im Alter von 32 Jahren mit ernsthaftem Lauftraining. Nun legt sie in der Vorbereitung unglaubliche Entfernungen von rund 320 km pro Woche zurück, hat erfolgreich an mehreren Weltmeisterschaften teilgenommen sowie Topresultate in Frankfurt und Hamburg erzielt.
    Sie gewann den Stockholm Marathon 2007 in einer Zeit von 2:37:03, zwei Minuten vor der Vorjahressiegerin Anna Rahm. Die drittplatzierte Kenianerin Winfrida Kwamboka war zunächst nah an Otterbu dran, verlor in der zweiten Hälfte des Rennens aber sieben Minuten auf die Norwegerin.

    FAKTEN
    • 17.655 Teilnehmer (13.545 Männer, 4.110 Frauen) aus 61 Nationen. 14.319 Starter. 12.435 Zieleinläufer.
    • Ergebnisse: HERREN: 1) Phillip Bandawe, ZIM, 2.20.56. 2) Jonah Kemboi, KEN, 2.22.16. 3) Sergej Lukin, RUS, 2.22.57.
    DAMEN: 1) Kirsten Melkevik Otterbu, NOR, 2.37.03. 2) Anna Rahm, SWE, 2.39.02. 3) Winfrida Kwamboka, KEN, 2.45.48.

    2008
    Ein Renner voller rekorde
    Der 30. Stockholm Marathon am 31. Mai war ein Rennen voller Rekorde. Insgesamt 18.231 Anmeldungen aus 61 Nationen gingen bei den Organisatoren ein. Bereits fünf Monate vor dem Rennen war die Teilnehmergrenze erreicht.

    Bei Sonnenschein und 25 Grad gingen 14.680 Läufer an den Start. 13.542 davon überquerten die Ziellinie im Stockholmer Olympiastadion.
       
    Bei den Herren konnte Willy Korir aus Kenia seinen ersten Sieg in einem internationalen Marathon erzielen. Korir erhühte nach 30 Kilometern das Tempo und setzte sich von seinen Landsmännern Bernard Mutai und Paul Tangus sowie Abdelkarim Abdoulaye aus Tchad und nicht zuletzt Titelverteidiger Phillip Bandawe aus Zimbabwe ab. Der Gewinner des Eldoret Halbmarathons von 2006 entschied das Rennen schließich mit einem Vorsprung von fast zwei Minuten für sich.

    Isabellah Andersson versuchte sich in Stockholm zum ersten Mal ernsthaft an der Marathondistanz. Dabei zeigte sie eine taktische Meisterleistung.
    Auf der ersten Runde lag sie der schwedischen Rekordhalterin Lena Gavelin dicht auf den Fersen.
    Während ihre Konkurrentinnen gegen Ende aber langsam an Tempo verloren, konnte sie ihre Pace sogar noch steigern. Die ersten 21,1 km absolvierte sie in 1.18.19, die zweiten in 1.15.55! Gavelin konnte sich dieser Steigerung nicht erwehren und verlor über sechs Minuten.

    FAKTEN
    • 18.231 Teilnehmer (13.911 Männer, 4.320 Frauen) aus 61 Nationen. 14.680 Starter (11.359 Männer, 3.321 Frauen). 13.546 Zieleinläufer (10.516 Männer, 3.030 Frauen).
    • Ergebnisse: HERREN: 1) Willy Korir, KEN, 2.16.03. 2) Bernard Mutai, KEN, 2.17.57. 3) Paul Kipkemoi Tangus, KEN, 2.19.26..
    DAMEN: 1) Isabellah Andersson, SWE, 2.34.14. 2) Lena Gavelin, SWE, 2.40.43. 3) Lilian Magnusson, SWE, 2.45.15.