Die Geschichte des Stockholm Marathon


2009



Weltweite Liveübertragung im Internet


Paul Kipkemei Kogo aus Kenia kam mit den 26-gradigen Wärme am besten zurecht und konnte die 31. Auflage des Stockholm Marathon mit einem Rekordvorsprung von sieben Minuten für sich entscheiden.
2009 war das dritte Jahr in Folge, in dem die Teilnehmer mit ungewöhnlich hohen Temperaturen zu kämpfen hatten. Kogo bildete zusammen mit seinen Landsmännern Abraham Keter, Benjamin Serem und Willy Korir die Spitzengruppe, die die erste Runde in 1:07:22 absolvierte.

Titelverteidiger Korir war das erste Opfer des von Kogo vorgelegten hohen Tempos. Nach 30 Kilometern musste er überhitzt das Rennen aufgeben. Keter ereilte das gleiche Schicksal. Benjamin Serem erreichte die Ziellinie, verlor auf den letzten sieben Kilometern jedoch ganze fünf Minuten und wurde fast noch vom drittplatzierten Schweden Said Regragui eingeholt.

Bei den Frauen wiederholte Isabellah Andersson ihre herausragende Leistung aus dem letzten Jahr und lief negative Splits - ihre zweite Hälfte war schneller als die erste. Die junge Mutter - ihre Tochter Beyoncé kam im November zur Welt - erzielte in 2:33:52 eine neue persönliche Bestleistung und schlug Lena Gavelin ebenfalls mit sieben Minuten.

Insgesamt 18.736 Läufer aus 71 Nationen erhielten einen Startplatz. 14.890 Teilnehmer gingen an den Start, 13.721 erreichten das Ziel. Sämtliche Werte sind neue Rekorde für den Stockholm Marathon.
Ein weiterer Rekord wurde beim Anmeldeschluss erzielt: bereits am 1. Dezember musste die Anmeldung geschlossen werden, weil die Obergrenze erreicht war.

Seit 1997 wird der Stockholm Marathon live vom schwedischen Sender TV4 im Fernsehen übertragen. In diesem Jahr kam durch UniversalSports.com eine weltweite Liveübertragung im Internet hinzu.

Der Schwede Bertil Strandberg hatte einen hektischen Tag. Nachdem er den Marathon in 3:32:53 absolviert hatte, stellte er sich kurz unter die Dusche, zog sich um und trat schliesslich im Stockholmer Olympiastadion vor den Altar, wo er Maria Andersson heiratete. Um das Hochzeitspaar herum erreichten weiterhin Läufer das Ziel des Rennens.

FAKTEN
  • 18.736 Teilnehmer (14.382 Männer, 4.354 Frauen) aus 71 Nationen. 14.890 Starter. 13.721 Zieleinläufer.
  • Ergebnisse: HERREN: 1) Paul Kipkemei Kogo, KEN, 2:15:35. 2) Benjamin Serem, KEN, 2:22:51. 3) Said Regragui, SWE, 2:22:57.
    DAMEN: 1) Isabellah Andersson, SWE, 2:33:52. 2) Lena Gavelin, SWE, 2:40:52. 3) Veronika Lopatina, RUS, 2:46:35.

    2010
    Rekordrennen auf neuer Strecke

    Nach vier heißen Jahren bot der Stockholm Marathon den Teilnehmern normale Verhältnisse. Zu Beginn des Rennens herrschten 20 Grad und Windstille - prima Voraussetzungen für die 15.000 Läufer an der Startlinie.
    Die Kenianer Hillary Chepchumba und Joseph Lagat gaben zunächst das Tempo an der Spitze vor. Die ersten zehn Kilometer absolvierten sie in weniger als 30 Minuten. Zur Halbzeit des Rennens (1:04:35) hatten sie einen Vorsprung von fast 2 1/2 Minuten auf die Verfolgergruppe, die aus den Kenianern Daniel Yego,James Bett und Jonas Kemboi sowie dem Südafrikaner Johannes Kekana und dem Äthiopier Getumeferia Feklu bestand. Im Gefälle der Brücke Västerbron konnte sich Lagat entscheidend von Chepchumba absetzen und sich vorzeitig den Sieg sichern. Den 27 Jahre alten Streckenrekord verpasste er aber mit knapp einer halben Minute. Chepchumba wurde von Kekana und Kemboi eingeholt und wurde am Ende Vierter. Im Kampf um den zweiten Platz konnte sich Kekana gegen Kemboi durchsetzen.

    Isabellah Andersson nutzte ihre bewährte defensive Taktik, um ihren dritten Sieg in Folge zu erzielen. Während Gladys Chebet aus Kenia zu Beginn losstürmte und die ersten fünf Kilometer in 17:26 absolvierte, ließ Andersson es ruhig angehen. Doch bereits nach knapp 20 Kilometern hatte sie die Führung übernommen und stürmte schließlich in 2:31:35 zu einem deutlichen Sieg. Die Teilnehmeranzahl erreichte ebenfalls einen neuen Rekord: 14.715.

    Die Marathonstrecke wurde für das Rennen von 2010 angepasst, um den Läufern breitere Straßen und weniger Gedränge bei Überrundungen während der zweiten Runde zu bieten. Die Strecke behielt jedoch ihren Charakter bei. Auf der neuen Strecke ist die erste Runde 16,6 km lang, die zweite 25,6 km.
    Die Streckenänderung erlaubte den Organisatoren, das Teilnehmerfeld zu vergrößern und somit einen weiteren Rekord aufzustellen: mit 20.000 Läufern wurden 1.200 mehr als 2009 akzeptiert.

    Als die Anmeldung am 17. November 2009 geschlossen wurde, hatten sich 21.136 Läufer aus 76 Ländern zum Stockholm Marathon angemeldet. 23 Prozent, 4.695 Teilnehmer, waren Frauen. Insgesamt 704 Läufer aus Deutschland gingen an den Start.
    Von den 15.468 Läufern am Start erreichten 14.715 das Ziel im Stockholmer Olympiastadion. Beide Werte sind neue Rekorde für das Rennen.

    FAKTEN
    • 20.136 Anmeldungen (15.441 Männer, 4.695 Frauen) aus 76 Ländern. 15.468 Starter (11.999 Männer, 3.469 Frauen). 14.715 Zieleinläufer (11.436 Männer, 3.279 Frauen).
    • Ergebnisse: HERREN: 1) Joseph Lagat, 2.12.48. 2) Johannes Kekana, RSA, 2.16.09. 3) Jonah Kibiwott Kemboi, KEN, 2.16.47.
    DAMEN: 1) Isabellah Andersson, SWE, 2.31.35. 2) Aberash Tesfaye, ETH, 2.37.20. 3) Seada Kedir, ETH, 2.37.28.

    2010
    Gleiches Rennen, neuer Name, selbe Siegerin

    Das Rennen hatte einen neuen Namen, die Siegerin dagegen blieb dieselbe. Isabellah Andersson konnte auch die 33.Auflage des ASICS Stockholm Marathon für sich entscheiden. Sie ist damit die erste Frau, die das Rennen viermal gewonnen hat.

    Die aus Kenia stammende, mittlerweile aber für Schweden laufende Andersson musste im März 2011 eine Knieoperation über sich ergehen lassen. Erst sechs Wochen später konnte sie das Training für den Marathon aufnehmen.
    Davon war ihr während des Rennens aber nichts anzumerken, im Gegenteil: sie führte ihren Plan perfekt aus. Nach 35 konservativ gelaufenen Kilometern erhöhte sie das Tempo so deutlich, dass Ihre schärfsten Konkurrentinnen ihr nicht folgen konnten. Andersson verwies Eri Okubo aus Japan sowie die Russin Irina Permitina auf die Plätze.

    Die Männer ließen das Rennen ebenfalls ruhig angehen – die Halbmarathon-Marke wurde erst nach 1:08:37 erreicht. Nach gut 25 Kilometern legte der Kenianer Dominic Pius Ondoro einen enormen Zwischenspurt ein: zusammen mit dem Äthiopier Shumi Gerbaba absolvierte er die kommenden 5 Kilometer in 14:55.
    Gerbaba übernahm im weiteren Verlauf die Kontrolle über das Rennen und siegte schließlich mit einer Zeit von 2:14:07. Die zweite Hälfte des Marathons absolvierte er drei Minuten schneller als die erste.

    2011 war insofern ein historisches Jahr für die Veranstaltung, als der charakteristische Start am frühen Nachmittag zugunsten einer früheren Startzeit aufgegeben wurde. 11:30 Uhr ist im internationalen Vergleich aber weiterhin eine vergleichsweise späte Startzeit, die den Teilnehmern immerhin die Möglichkeit gibt, auszuschlafen und ein großes Frühstück zu sich zu nehmen.

    Wie auch in den Jahren zuvor brach der ASICS Stockholm Marathon 2011 die Rekorde des Vorjahres. Insgesamt 16.086 Läufer gingen an den Start, 15.466 davon absolvierten das gesamte Rennen. Bei milden Temperaturen und relativ starkem Wind brachen weniger als vier Prozent vorzeitig ab.

    Finnland (5.602 Teilnehmer), Deutschland (666), Großbritannien (409), Dänemark (357) und Italien (351) stellten die größten ausländischen Kontingente. Aus Österreich stammten X Läufer, aus der Schweiz Y. Gut 9.000 Teilnehmer aus 80 Ländern machten den ASICS Stockholm Marathon auch in diesem Jahr zu einem multikulturellen Ereignis.

    RENNDATEN
    • 20.651 Teilnehmer (15.462 Männer, 5.091 Frauen) aus 80 Nationen. 16.085 Starter (12.284 Männer, 3.801 Frauen), 15.465 Finisher (11.835 Männer, 3.630 Frauen).
    • Ergebnisse: HERREN: 1) Shumi Gerbaba, ETH, 2:14.07, 2) Dominic Pius Ondoro, KEN, 2:14.23, 3) Kenneth Korir, KEN, 2:15.09. DAMEN: 1) Isabellah Andersson, SWE, 2:37.28, 2) Eri Okubo, JPN, 2:38.58, 3) Irina Permitina, RUS, 2:39.44.